Entwicklung

 Hier stellen wir euch transparent dar, wie der Plan zur Errichtung einer PV-Freiflächenanlage reifte, unser Projekt Formen annahm und was während der Projektphase unternommen wurde. 

Vorgeschichte

Der Beginn des Jahres 2022 war geprägt vom russischen Überfall auf die Ukraine. Die Folgen bei uns waren horrende Steigerungen der Strom- Öl- und Gaspreise. In dieser Situation wurden wir uns alle schmerzhaft unserer Abhängigkeit von fremden Rohstoffen und Energieträgern bewusst. Die politische Führung wie auch die Bevölkerung war gewillt, dies zu ändern. In dieser Situation wurden auch in der Gemeinde Kirchheim von vielen Einzelpersonen Anträge auf die Errichtung von PV-Freiflächenanlagen gestellt. Die Gemeinde war in der Pflicht, diese große Zahl von Anfragen geregelt zu bewerten.



Leitfaden des Marktes Kirchheim

Zu diesem Zweck wurde am 13.12.2022 vom Kirchheimer Marktrat ein Leitfaden  verabschiedet, der künftig als Orientierungshilfe für die Zulassung von PV-Freiflächenanlagen dienen soll. Als wichtige Grundlage des Leitfadens dient die erweiterte Planungshinweiskarte des Regionalverbands Donau-Iller. Diese Karte soll ein erster Anhaltspunkt für die Gemeinde sein, an welchen Flächen PV-Freiflächenanlagen grundsätzlich geeignet sein könnten.  Die letztendliche Entscheidung über die Eignung einer Fläche trifft der Gemeinderat. Die Kriterien des Leitfadens sind dabei als Abwägungskriterien  zu verstehen.  Wenn bei einem Projekt an einem bestimmten Standort nicht alle Kriterien vollständig erfüllt sind, dann kann vom Gemeinderat in der Gesamtschau aller Kriterien grundsätzlich abgewogen werden, ob das Projekt noch als verträglich eingeschätzt werden kann und der Nutzen für die Erzeugung regenerativer Energien überwiegt.

Zum Leitfaden

Ideenfindung & Initiierung

Nachdem der Gemeinderat seinen Leitfaden für die Zulassung verabschiedet hatte, taten sich mehrere Tiefenrieder Grundstückseigentümer zusammen, deren zusammenhängende Flächen auf potenziell geegnetem Gebiet (weiße Flächen) lag.  Sie reichten eine gemeinsame Bauvoranfrage  bei der Marktgemeinde Kirchheim ein. Nach einer kurzen Debatte während der öffentlichen Marktratsitzung wurde dem Antrag zugestimmt.


Partnersuche

Die Gemeinde machte mit Verweis auf die Haushaltslage klar, das Projekt nicht selbst umsetzen, allerdings aktiv mitgestalten  zu wollen. So wurde unter Federführung von zwei Markträten die beteiligten und  weitere potenziell geeignete Flächenbesitzer zu Gesprächen eingeladen, auf denen die weitere Vorgehensweise definiert wurde.

In diesem Zusammenhang vermittelte die Marktgemeinde auch die Vorstellung von drei Unternehmen, mit denen das Projekt umgesetzt werden könnte.  Von den Grundstückseigentümern selbst wurde dabei die econ-energie GmbH  gewählt, die sich gegen RWE und die LEW durchsetzte. Entscheidend für diese Wahl war den Grundstückseigentümern die regionale Nähe, das persönliche Engagement von Geschäftsführer Andreas Müller und dessen Bereitschaft, für die weitere Projektumsetzung sehr eng mit der Gemeinde zusammenzuarbeiten.


Projektierung

In der Folge wurde mit der Tiefenrieder Sonnenschein GbR eine eigene Gesellschaft gegründet, um das Projekt voranzutreiben. Diese besteht aus den Familien der Grundstückseigentümer und der Econ-Energie-GmbH, die dort gleichberechtigt beteiligt sind. Sitz der Gesellschaft ist Tiefenried.


Als nächster Meilenstein wurde am 19.09.2024 in einer weiteren öffentlichen Marktratsitzung der Aufstellungsbeschluss einstimmig gefasst und in der Folge ein städtebaulicher Vertrag zwischen der Marktgemeinde und der Tiefenrieder Sonnnenschein GbR geschlossen.


Als großartigen Erfolg konnten wir in 2025 unsere erfolgreiche Bewerbung  für die Einspeisung unseres Stroms an der Einspeisesteckdose  in Balzhausen feiern. 


Am 09.12.2025 wurde in einer erneuten öffentlichen Marktratsitzung dem Bauleitverfahren  für unseren Solarpark zugestimmt.

Zu den Unterlagen der Bauleitplanung

Gespräche & Kompromissvorschläge

Um den Jahreswechsel 2025/26 wurden kritische Stimmen gegen unseren Solarpark laut, und ein Bürgerbegehren  ins Leben gerufen.


Um die aufkommende, teils sehr emotional geführte Debatte zu versachlichen, lud Bürgermeisterin Susanne Fischer am 14.01.2026 zu einem Schlichtungsgespräch  ins Rathaus von Kirchheim in Schwaben ein. Ziel des Treffens war es, die unterschiedlichen Positionen offen darzustellen, Missverständnisse auszuräumen und ein besseres Verständnis für die jeweiligen Sichtweisen zu schaffen. Nachdem beide Seiten ihre Standpunkte ausführlich dargelegt hatten, wurde ein weiteres Treffen für die darauffolgende Woche vereinbart, um mögliche Kompromisslösungen zu erarbeiten.


Beim Folgetermin  am 21.01.2026  brachten sowohl unsere Projektgesellschaft als auch die Marktgemeinde konkrete Vorschläge ein, um auf die geäußerte Kritik einzugehen und eine einvernehmliche Lösung zu ermöglichen.


Kompromissvorschläge:

  • Unsere Projektgesellschaft schlug vor, die geplante Anlage noch stärker einzugrünen und das Projektgebiet in zwei Teilbereiche  zu gliedern. Damit wollten wir insbesondere auf die Kritik eingehen, die sich vor allem auf die Größe der Anlage bezog, und gleichzeitig die landschaftliche Einbindung weiter verbessern.


  • Die Gemeinde regte an, einen Teil der Einnahmen aus der gesetzlichen Beteiligung nach EEG gezielt dem Ortsteil Tiefenried  zugutekommen zu lassen. Mit diesen Mitteln könnten Projekte finanziert werden, die über die Pflichtaufgaben der Gemeinde hinausgehen – beispielsweise der Bau eines Dorfgemeinschafts- oder Feuerwehrhauses, der in der Vergangenheit vor allem aus finanziellen Gründen nicht umgesetzt werden konnte.


Beide Vorschläge  wurden von Seiten der Projektgegner als nicht akzeptabel zurückgewiesen.  Von den Projektgegnern  wurden keine eigenen Vorschläge für eine Kompromisslösung  benannt.


Um euch eine bestmögliche Transparenz über die Vorgänge zu bieten, haben wir euch die Protokolle  dieser beiden Besprechungen zum Download bereitgestellt:

Protokoll Sitzung 14.01.2026

Protokoll Sitzung 21.01.2026


Wir möchten an dieser Stelle betonen, dass wir das Scheitern dieser Gespräche sehr bedauern. Die erbrachten Kompromissvorschläge verdeutlichen aber, dass unsere Seite stets am offenen Dialog und an einer Lösungsfindung interessiert war und weiterhin ist.


In der Folge wurden die Unterschriften des Bürgerbegehrens abgegeben und dessen Zulässigkeit am 25.03.2026 von der Marktgemeinde Kirchheim bestätigt.


Damit liegt die Entscheidung nun bei euch, den Bürgerinnen und Bürgern: Am 17.05.  stimmen wir gemeinsam darüber ab, ob und wie es mit dem Solarparkprojekt weitergeht. Welche Argumente für das Projekt sprechen und welchen Mehrwert regional erzeugte Energie für alle Bürgerinnen und Bürger in Kirchheim haben kann, stellen wir euch auf den folgenden Seiten vor.